Von autanon

Runterstatistik

We do it for the lulz! Das vorneweg. Immer wieder taucht die Frage auf, ob unsere Proteste überhaupt etwas bringen und ehrlich gesagt: das ist uns relativ egal. Wir machen das alles, weil wir Spass dabei haben die Sekte Scientology zu nerven. Warum? Weil es nicht die Falschen trifft, sondern eine Sekte, die ihre Mitglieder zu emotionslosen, sarkasmusresistenzen Roboter umerziehen und auch noch die Welt umgestalten will zu einer wahnsinnigen Welt, die von solchen Robotern bevölkert ist. Unseren Spass mit diesen Verrückten zu haben, wäre eigentlich schon genug.

Der Witz ist: Trotzdem wirkt Anonymous und Scientology geht nach und nach unter. Und obwohl wir es nicht für irgendwelche Statistiken tun – im Gegensatz zu Scientology, die Statistiken lieben und glauben, damit die Welt kontrollieren zu können – können wir zeigen, dass unsere Proteste Wirkung haben. Das hier ist nur ein kleine, unregelmäßig aktualisierte Liste solcher Zeichen.
Vor allem für lurkende Scientologen sollte das aber eine Lehre sein: innerhalb der Sekte wird davon geredet, dass es mit Scientology die ganze Zeit aufwärts gehen würde. Die Realität ist: das ist eine weitere verdammte Lüge. Wer es nicht glaubt, kann einfach mal selber schauen gehen, wie leer die angeblich so erfolgreichen Orgs wirklich sind. Oder einfach die Fakten hier auf der Seite überprüfen.

Anonymous works. Scientology geht unter und zwar aus guten Gründen: weil es eine riesige Lüge ist.

Der durchschnittliche Stressteststand

Wir machen das jetzt schon eine Weile, Scientology ärgern. In Berlin seit 2009 sogar regelmäßig jede Woche. Was man sehen kann, ist, wie die Strategien von Scientology Anonymous zu handeln alle schief gehen und wie die Besatzung am Stresstest-Stand immer weniger, deprimierter und unerfolgreicher darin wird, irgend jemand anzusprechen.

2008, 2009: der durchschnittliche Stresstest-Stand in Berlin war am Sonntag mit acht bis zwölf Scientologen bestückt, heute sind es fünf. Unter der Woche waren es 2008, 2009 fünf bis acht Scientologen, heute sind es zwei, drei. Und von Zeit zu Zeit rennen sie einfach weg, wenn wir sie raiden.

Im Sommer 2009 versuchte Scientology Photos davon zu machen, wie toll und super sie in Berlin organisiert wären. Dazu mobilisierten sie alles, was sie hatten, flogen extra Leute aus Kopenhagen und dem Rest von Europa ein und bauten an einem Tag sechs Stresstest-Tische auf. Den Stand, den wir raideten, hatten sie mit rund 30 Scientologen besetzt und machten mit großen, auffälligen Kameras Photos und Filme von sich und uns.

Im Sommer 2010 versuchten sie es nochmal mit einer großen Anstrengung. Sie mobilisierten alles, was sie hatten. Das war insgesamt ein Stresstest-Tisch mit 18 Scientologen. Mehr kann Scientology Berlin nicht mehr mobilisieren. Und bald kriegen sie auch die 18 nicht mehr zusammen.

Der Gegenprotest, lol

Einst versuchte Scientology, die Wahrheit, welche Anonymous über die Sekte verbreitet, mit großen Gegenaktionen zu unterbinden. Sie meldeten bei den monatlichen Demonstrationen von Anonymous Gegenkundgebungen an, verteilten DVDs mit Lügen über Anonymous, druckten Flyer und machten vor allem vor der Org (dem Hauptgebäude) Remmi-Demmi. Einmal, 2008, bauten sie extra eine Bühne auf, versuchten cool zu sein und schlechten HipHop zu machen. Immer standen mehrere Scientologen vor der Org und hielten Schilder hoch, die man nicht lesen konnte, weil sie zu klein bedruckt waren.

Davon ist heute, 2010, kaum etwas übrig geblieben. Es gibt noch Schilder, die Scientology jedesmal, wenn Anonymous vorbeikommt, vor die Org stellt. Aber kaum noch haben sie Personal, diese Schilder in die Luft zu halten. Sie schaffen es einfach nicht, wenn sie schon keine Argumente haben, mit denen sie die Wahrheit konfrontieren könnten, zumindest mit Masse zu überzeugen. Nichtsdestotrotz nehmen Sie weiterhin jede Kundgebung vor der Org auf Kamera auf, versteckt aus dem immer gleichen Büro. Heute verstecken sie sich nur noch, nicht nur, weil sie immer weniger werden, sondern auch, weil ihre angeblich so tolle Konfrontations-Technik nicht funktioniert.

Inhaltlich hatte die Sekte eh nie etwas gegen die Argumente von Anonymous vorzubringen.

Buchladen in Spandau

Es sollte der Anfang einer neuen Expansionswelle sein, als Scientology in Spandau-Altstadt im April 2009 einen Buchladen eröffnete. Zumindest behauptete die Sekte das öffentlich. Vorher war sie ziemlich heimlich in diesen Laden gezogen und zeigten sich erst, als alles eingerichtet war. Im Buchladen gab es Scientology-Bücher und Stresstests, aber … keine Menschen, die irgendwas kaufen wollten. Wenn, dann wollten die Menschen dort offenbar Scientologinnen und Scientologen verarschen. Zugleich setzte eine massive Gegenkampagne der Spandauer Verwaltung, Bevölkerung und Zivilgesellschaft ein. Offenbar schaffte es Scientology auch, die Menschen in Spandau so zu verärgern, dass die Fensterscheiben des Ladens immer wieder kaputt waren.

Der Laden in Spandau, als er noch offen und raidbar war.

Und dennoch: Scientology behauptete immer weiter, dass dieser Laden erfolgreich sei und bald weitere Läden folgen würden.
Und dann, im September 2010, sah der Laden auf einmal so aus: leer. Kein Buchladen mehr, keine Expansion, nichts.
Verfassungsschutzbericht Berlin 2009, Kurzfassung

„Scientology wirbt in Berlin weitgehend erfolglos

Die Berliner Organisation von Scientology (SO) entfaltete auch 2009 Aktivitäten, mit denen sie temporär öffentliche Aufmerksamkeit erzielte, die aber weder für ihre öffentliche Akzeptanz noch ihre Mitgliederzahlen förderlich waren. Zu den Werbeaktivitäten von SO gehörte neben der unregelmäßigen Veranstaltung von
‘Mahnwachen’ zu den Themen ‘Menschenrechte’ und ‘Religionsfreiheit’ auch eine Kampagne an Berliner Schulen. Diese wurden von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Zusammenarbeit mit der dort ansässigen Sektenleitstelle rechtzeitig sensibilisiert. Keine Berliner Schule hat auf die Angebote der SO reagiert. Alle Versuche, über Werbeaktionen und öffentliche Auftritte das Interesse der Berliner Bevölkerung an der Organisation zu wecken, sind bisher fehlgeschlagen. Es ist der SO weder gelungen, neue Mitglieder zu rekrutieren noch eine nennenswerte Anzahl von Interessenten anzusprechen.“

Desperate cult is desperate

Wir alle wissen, dass Scientology alles, was die Sekte jemals rausfindet, in Akten schreibt und das diese Akten niemals vernichtet werden. Das gilt auch für Leute, die — wie der überwiegende Teil der Leute, die jemals eine Org besuchen — nur mal ein Buch der Sekte kaufen oder einen Kurs besuchen: sie stehen für immer in den Akten. Scientology kennt das Konzept von nicht-mehr-bei-Scientology-sein nicht. All diese Menschen, die einmal kommen und nie wieder oder die die Sekte verlassen und Jahrzehnte nichts mehr mit ihr zu tun haben wollen, werden von der Sekte (weiter) als Mitglieder geführt, die nur mal kurz ausgesetzt hätten.

Selbst die Leute, die rausgeworfen und zu „Freiwild“ erklärt werden, werden weiter in den Akten geführt, als ob diese Menschen den Plan hätten, eines Tages wieder bei Scientology sein zu wollen. Als ob das nicht creepy genug wäre, benutzt die Sekte die Daten auch noch weiter.

Und was macht Scientology jetzt gerade mit diesen Daten? Seit ungefähr 2009 versucht sie offenbar, alle
Menschen anzuschreiben, die jemals was mit Scientology zu tun hatten, und sie wieder in die Sekte zurückzuholen. Dazu greift die Sekte sogar auf illegale Methoden zurück. Beispielsweise werden Leute angeschrieben, die vor rund 40 Jahren ein paar Kurse besucht haben, seit damals der Sekte mehrfach klar machten, dass sie keinen Kontakt haben wollen und die in diesen 40 Jahren auch mehrfach umgezogen sind. Die Sekte hat ihre Adressen einfach nachrecherchiert, als gäbe es keinen Datenschutz und keine Recht auf Privatsphäre. (Die ganze Story und Verweise auf ähnliche Vorfälle: hier)

Und warum passiert das: weil niemand Neues mehr kommt. Das scheint ein letzter verzweifelter Versuch von Scientology zu sein, den Mitgliederschwund aufzuhalten.
You loose the Internet-Game

Scientology behauptet intern und nach außen gerne, dass immer mehr Menschen sich für die Sekte interessieren und beispielsweise die Website der Organisation Millionfach anklicken würden.
Wie oft eine Website angeklickt wird, kann man beispielsweise mit dem Internetdienst Alexa feststellen. Zwar: die Zahlen bei Alexa sind unsicher, aber die besten, die wir haben. Schauen wir doch mal und vergleichen nur so zum Spaß, wie sich Klickzahlen von Scientology.org und forums.whyweprotest.net (eine der Anonymous-Seiten) verhalten. Und —ups. Nicht nur, dass mehr Menschen sich für die Anon-Seite interessieren, nein: die kurzen Hochpunkte der Klicks auf der Scientology-Seite lassen sich auch noch auf Dinge zurück führen, die nicht von der Sekte kontrolliert werden. Offenbar haben die ganzen Werbekampagnen der Sekte insgesamt null Erfolg.
Australien: Untersuchungsausschuss

Senator Xenophon aus South Australia rocks. Er und eine Anzahl von ehemaligen Mitgliedern von Scientology, die unter anderen durch Anon gebackuped wurden und werden, haben im australischen Parlamente eine Untersuchungskommission durchgesetzt, die in die kriminellen Strukturen der Sekte blicken wird. Die Steuerbefreiung ist dann weg, aber bestimmt kommt es für die Sekte noch viel schlimmer.

2009: Frankreich verurteilt (mal wieder) Scientology

Scientology behauptet beständig, noch nie ein Gerichtsverfahren verloren zu haben, was großartiger Bullshit ist. Beispielsweise hatte die Sekte im Oktober 2009 Folgendes zu verkraften (was sie nicht hat):

„Die Organisation Scientology ist in Frankreich wegen Betrugs zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Der Strafgerichtshof von Paris folgte aber nicht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die ‘Eglise de Scientologie’ zu verbieten.

Der französische Zweig der 1954 in den USA gegründeten Organisation muss nach dem Urteil des Gerichts 400.000 Euro zahlen, die Scientology-Bibliothek SEL 200.000 Euro. Außerdem wurden vier angeklagte Führungsmitglieder zu Bewährungsstrafen von zehn Monaten bis zwei Jahren verurteilt. Gegen zwei weitere Angeklagte wurden Geldstrafen von 1.000 und 2.000 Euro verhängt.“

Aufstehende Ex-Scientologen: weit über 1000

Scientology behauptet nach innen, dass fast niemand die Sekte verlassen würde. Und die, die das täten wären krank. Die Wahrheit ist: weit mehr Menschen haben die Sekte schon verlassen, als sie noch Mitglieder hat. Und zwar schon seit immer. Aus dem ersten Management, dass unter L. Ron Hubbard den ganzen Unsinn aufgebaut hat sind beispielsweise außer Hubbard selber alle irgendwann geflohen oder rausgeworfen worden.

Nur glauben das Scientologen nicht. Sie bebaupten felsenfest, dass es nur ein paar unzufriedene Ex-Mitglieder gäbe, die viel Staub aufwirbeln würden, weil sie von einer Scientology-feindlichen Presse unterstützt würden. Nun, die Wahrheit ist: ein Großteil der Scientologen, die austreten (ob es offiziell durch einen erniedrigenden Prozess, durch einfach abhauen oder aber dadurch, dass man die Kommunikation einfach einstellt), bleiben „unter dem Radar“ (eine Scientology-Bezeichnung). Warum: erstens ist das ihr Recht, schließlich haben sie genug damit zu tun, ihr Leben wieder auf die Reihe zu kriegen. Aber auch, weil sie hoffen, dann von der Sekte in Ruhe gelassen zu werden und nicht den Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern, die noch bei Scientology sind, abzubrechen.

Das vorneweg: eine Liste mit weit über 1000 (!) Ex-Scientologen, die sich öffentlich über ihre Erfahrungen in der Sekte geäußert haben.: Die Liste im whyweprotest-Wiki Die Liste wächst weiter, weil sich immer mehr dieser Leute auch trauen, sich zu äußern: in Büchern, in Interviews, im Netz. Auch, weil sie durch solche Informationssammlungen wie diese Liste, die von Anons betreut wird, sehen, dass sie nicht allein sind, sondern viele. Und wie gesagt: das sind nur die, die sich äußern. Viele tun das nicht (bisher), weil sie Angst haben.

(Das auch für lurkende Scientologen: man geht nicht unter, wenn man die Sekte verlässt, sondern kann danach ein gutes Leben leben.)


1 Antwort zu „Was wir schaffen“


  1. 1 noname
    13. August 2011 um 20:08

    wuhu, geile sache. scientologie stirbt langsam. good job anons :)


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